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Treffpunkt Trickfilmfestival

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Mit 85.000 Zuschauern steigerte das 21. Internationale Trickfilm-Festival Stuttgart (ITFS) erneut den letztjährigen Besucherrekord. Neue Spielstätten und Programmpunkte starteten erfolgreich.

Stuttgart – Bereits letzten Sonntag endete das Internationale Trickfilmfestival mit der Preisverleihung im Stuttgarter Gloria-Kino. Das ITFS dient mit seiner einzigartigen Programmfülle aus Animationsfilmen, einer Gaming-Zone, der begleitenden Fachmesse und Konferenz FMX und dem Animation Production Day (APD) als internationaler Branchentreff.

Through the Hawthorn...

Mehrere Jurys vergaben in verschiedenen Kategorien Preisgelder in Höhe von mehr als 70.000 Euro. „Through the Hawthorn…“ (Großbritannien, Foto oben) von Anna Benner, Pia Borg und Gemma Burditt gewann den mit 15.000 Euro dotierten Grand Prix, der Hauptpreis des internationalen Wettbewerbs.

Home (2012) from Luiz Stockler on Vimeo.

Den Lotte-Reiniger-Förderpreis für den besten Abschlussfilm in Höhe von 10.000 Euro, gestiftet von der MfG-Filmförderung Baden-Württemberg, gewann „Home“ von Luiz Stockler (Großbritannien). Die Luxemburgische 3D-Animation „Mr. Hublot“ (Foto unten) von Alexandre Espigares und Laurent Witz holte den Publikumspreis in Höhe von 6.000 Euro, gespendet vom SWR. Der TV-Sender Tele 5 vergab den „Leider Geil“ Award mit 5.000 Euro Preisgeld, den die niederländische Produktion „Pommes Frites“ gewann.

Mr. Hublot

Neben den zentralen Spielstätten um das Gloria-Kino und der großen Public-Viewing-Leinwand auf dem Schlossplatz, bot das ITFS wieder zahlreiche Rahmenveranstaltungen. Die Public-Viewing-Leinwand auf dem Schlossplatz lockte erneut zehntausende Zuschauer. Die Geschäftsführer Dittmar Lumpp, kaufmännischer Geschäftsführer und Ulrich Wegenast, künstlerischer Geschäftsführer, zogen eine positive Bilanz und freuten sich darüber, wie gut das Angebot von den Stuttgartern angenommen wurde.

„Wir können auf ein sehr erfolgreiches Festival zurückblicken“, sagte Wegenast. Mit Blick auf den erneuten Besucherrekord betonte Lumpp: „Wir wollen die Wertigkeit des Festivals nicht über Besucherzahlen definieren.“ Wegenast pflichtete bei: „Wichtiger als die Zahl ist die Relevanz für die Besucher.“ Hier bekämen die Filmmacher das, was sie bräuchten – so deren Rückmeldung. Dies sei sehr erfreulich, kommentierte Wegenast.

Lumpp lobte das Team in der Organisation und Geschäftsführung: „Es gab Zeiten, da haben wir uns überanstrengt“, sagte er. Das sei diesmal nicht der Fall gewesen – dank erfahrenen Leuten. „Wir haben Strukturen, die funktionieren“, so Lumpp. Dies erzeuge eine Atmosphäre, die den Filmemachern zugewandt sei.

Animationssprecherpreis

Foto: Josefine Preuß, Ilja Richter und Anna Thalbach beim Deutschen Animationssprecherpreis 2014 (v. l. n. r.)

Wie in den Jahren zuvor, erweiterten die Organisatoren das Programm mit neuen Formaten und Veranstaltungen: Den ersten Animations-Sprecherpreis erhielt die Schauspielerin Josefine Preuß im Stuttgarter Renitenz-Theater. Ein weiteres Novum bildete der Programmpunkt Music and Animation. Der Komponist und Geiger Luca Ciarla sowie der Jazz- und Rock-Bassist Helmut Hattler spielten zu Animationen, die teils live gesteuert wurden. Unter dem Titel „Hattler vs. Hattler“ trat der von den Formationen Kraan oder Tab Two bekannte Hattler zusammen mit seinem Sohn Max auf, und lieferte die Musik zu dessen Bilderwelten.

Beide Angebote hätten gut funktioniert, resümierte Wegenast. Auch die Animationslangfilme seien ein Höhepunkt gewesen. Meist würden Kurzfilme auf dem Trickfilmfest bevorzugt – denn hier sei die Wahrscheinlichkeit eben größer, dass etwas nach Geschmack dabei ist. „Das war diesmal nicht so“, so Wegenast.

Das SWR-Fernsehen hatte in einer langen Trickfilm-Nacht zum 25. April erstmals preisgekrönte Animationsfilme gezeigt. Obwohl der Schwerpunkt am frühen Morgen von 0:15 bis 5:15 Uhr übertragen wurde, erzielte der SWR eine Quote von 6,3 – und schnitt damit besser ab, als die übrigen Regionalprogramme. Ein Novum, denn sonst läuft das Regionalprogramm aus dem Südwesten weniger erfolgreich.

Auch die stark erweiterte Game-Zone genoss regen Zulauf. Neben der Allee auf dem Schlossplatz waren weitere Veranstaltungen eingebunden. Die Kuratorin Sabiha Ghellal, zugleich Dozentin am jüngst gegründeten Institut für Games an der Hochschule der Medien, strich etwa den Education Talk hervor, auf dem sich Schüler über eine Ausbildung in der Games-Industrie informieren konnten. Oder den Indie-Track, der hochkarätige Sprecher aus der Branche aufgeboten hätte, so Ghellal. „Die Kooperation mit der Hochschule der Medien hat sich super entwickelt“, meinte Wegenast und fügte mit Blick auf das breite Programmangebot hinzu: „Ich kenne kein Festival, dass so eine Bandbreite abdeckt.“

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Autor

Jan Fleischmann

Recording, Musikproduktion und Schlagzeug zählen ebenso zu meinen Interessen wie Medientechnik und Broadcast. Nach Stationen bei Tonstudio Zuckerfabrik, R&P Showtechnik & Veranstaltungsservice, SWR, WDR und Axel Springer arbeite ich als freiberuflicher Technikjournalist und Medieningenieur. Dabei biete ich Fachartikel, Produktbeschreibungen und Content-Marketing für Verlage und Unternehmen.

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