Medientage werfen Blick auf die TV-Zukunft

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Abrufangebote und Bezahlfernsehen legen zu – auf einer Podiumsdiskussion auf den Medientagen München diskutierten Experten über den Medienwandel

Der Medienwandel ist seit Jahren das vorherrschende Thema auf sämtlichen Medienkonferenzen. Brancheninsider wie Nicole Agudo Berbel, Senior Vice President Distribution Sales & Key Account Management bei ProSiebenSat.1 (z. v. r.) und Stefan Liebig, Vice President Content, Distribution and Sales in Nordeuropa bei Viacom International Media Networks (z. v. l.) äußerten sich auf den Medientagen München zur Zukunft der TV-Branche. Die Teilnehmer des Podiums stimmten darin überein: Die Mediennutzung wird sich bis 2020 deutlich ändern. Demnach würde die Zahl der Web-TV-Angebote deutlich zunehmen. Berbel ging davon aus, dass die 14- bis 29-Jährigen bis 2020 täglich Videoinhalte über Mobilgeräte abrufen. Eine wenig überraschende Erkenntniss – liegt der tägliche Videokonsum auf Mobilgeräten bereits heute bei zehn Minuten, wie Berbel selbst feststellte.



Die Teilnehmer waren sich darin einig, dass eine Vielzahl neuer TV-Sender für schmale Zielgruppen entstehen würde. Doch dies betreffe weniger lineare, also stetig fortlaufende TV-Programme, wie sie der Zuschauer vom klassischen Fernsehen kennt. Vor allem die sogenannten nicht-linearen, also die Abrufangebote, würden zunehmen, so die Branchenexperten. Dies würde die Position der bisherigen Platzhirsche wie ARD oder ProSiebenSat.1 angreifen. Liebig war gar der Auffassung, dass 2020 mehr als die Hälfte der Zuschauer Abrufangebote nutzen würden. Darin stimmten viele Zuschauer jedoch nicht überein.

Tatsächlich wird das traditionelle Fernsehen heute täglich bis zu vier Stunden konsumiert. Und selbst die jüngeren Zielgruppen schauen jeden Tag im Schnitt mehrere Stunden TV. Manche Branchenexperten gehen davon aus, dass sich dies trotz der zunehmenden Nutzung von Web-Inhalten nicht komplett ändern wird. Das Publikum konnte über die Thesen der Podiumsteilnehmer abstimmen – per TED, dem Abstimmsystem, das aus zahlreichen Fernsehshows bekannt ist. Veranstalter des Podiums war die M7 Deutschland GmbH mit Sitz in Köln.

 

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Autor

Recording, Musikproduktion und Schlagzeug zählen ebenso zu meinen Interessen wie Medientechnik und Broadcast. Nach Stationen bei Tonstudio Zuckerfabrik, R&P Showtechnik & Veranstaltungsservice, SWR, WDR und Axel Springer arbeite ich als freiberuflicher Technikjournalist und Medieningenieur. Dabei biete ich Fachartikel, Produktbeschreibungen und Content-Marketing für Verlage und Unternehmen.

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