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BREKO: Deutsche Telekom will sich von Regulierung freikaufen

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Die Deutsche Telekom setzt in Ihrer Breitbandstrategie auf VDSL2-Vectoring und hat dafür einen Antrag bei der Bundesnetzagentur (BNetzA) eingereicht. Der Bundesverband Breitbandkommunikation e. V. BREKO wendet sich dagegen.

28.08.2015 – Bewilligung des Antrags gegen eine Verpflichtung, eine Milliarde Euro zu investieren – hinter dieser möglichen Einigung zwischen der Deutschen Telekom und der BNetzA wittert Norbert Westfahl, Präsident des BREKO, eine unzulässige Einflussnahme auf die Entscheidung der Bundesnetzagentur: „Es kann nicht sein, dass sich ein Ex-Monopolist mit noch immer erheblicher Marktmacht eine Regulierungsentscheidung zu seinen Gunsten quasi erkauft“, sagte Westfal. Der Hintergrund: Die Telekom möchte den Nahbereich der sogenannten Hauptverteiler (HVt), das sind Verteilstellen für Telefonie und Internet in Ortszentren, mit dem sogenannten VDSL2-Vectoring ausbauen.

Der Haken daran: Andere DSL-Anbieter wären für den Zugang zur sogenannten letzten Meile fortan auf die Deutsche Telekom angewiesen. Sie müssten sogenannte „Vorleistungsprodukte“ vom größten deutschen Telekommunikationsunternehmen einkaufen. Dies könnte den Wettberwerb wieder einschränken und die Preise für Telefonie und Internet in die Höhe treiben – das fürchtet der Bundesverband Breitbandkommunikation. Zudem würde der ländliche Raum kaum von VDSL2-Vectoring profitieren – und hier bestehe schließlich am meisten Nachholbedarf, so die Argumentation des BREKO. Der Verband, der kleinere Netzbetreiber und sogenannte City-Carrier vertritt, befürwortet dagegen einen konsequenten Glasfaserausbau zum Gebäude (FTTB) oder gar zur Wohnung (FTTH).

Die Bundesnetzagentur hatte am Donnerstag das Ergebnis eines von ihr beauftragten Rechtsgutachtens veröffentlicht. Der Jurist Jürgen Kühling kommt darin zum Ergebnis, dass ein öffentlich-rechtlicher Vertrag zwischen Bundesnetzagentur und der Deutschen Telekom zulässig sei. Darin würde sich die Telekom zum angekündigten Ausbau verpflichten. Die Telekom hatte den Antrag zum Ausbau des VDSL2-Vectorings bereits im Februar gestellt, die Entscheidung der BNetzA wird in Kürze erwartet.

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Autor

Jan Fleischmann

Recording, Musikproduktion und Schlagzeug zählen ebenso zu meinen Interessen wie Medientechnik und Broadcast. Nach Stationen bei Tonstudio Zuckerfabrik, R&P Showtechnik & Veranstaltungsservice, SWR, WDR und Axel Springer arbeite ich als freiberuflicher Technikjournalist und Medieningenieur. Dabei biete ich Fachartikel, Produktbeschreibungen und Content-Marketing für Verlage und Unternehmen.

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