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Dante Day an der HAW

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Audio per Netzwerk, oder Audio über IP (AoIP), ist seit Jahren ein Trend, etwa bei der Produktion großer Events. Mit Dante und Ravenna buhlen zwei Hersteller-übergreifende Techniken um die Gunst der Anwender. Die Dante-Fraktion traf sich Mitte April zum Dante Day an der HAW in Hamburg.

Der Dante Day an der Hochschule für angewandte Wissenschaften HAW in Hamburg beinhaltete eine kleine Ausstellung sowie Fachvorträge. Hersteller wie Bose, d&b audiotechnik, Sennheiser, Shure, Soundcraft, Yamaha oder der Netzwerkspezialist Luminex aus Belgien zeigten ihre Dante-fähigen Produkte. Dabei wurden sämtliche Geräte vor Ort miteinander verbunden. Die Ausstellungsfläche sowie die Vortragshalle im Erdgeschoss waren zudem mit dem „Tonlabor“ im Gebäude vernetzt. Mittels der Dante-Software „Virtual Soundcard“ ließen sich alle Dante-kompatiblen Geräte im Netzwerk mit sämtlichen Ein- und Ausgängen anzeigen. Der Zugriff auf alle I/Os im Netzwerk gelang herstellerübergreifend und – so die Kommentare der Firmenvertreter vor Ort – überwiegend mit „Plug and Play“. Die Kreuzschienen-Matrix „Virtual Direct I/O“ der Dante-Software mit bis zu 64 Kanälen beindruckt jedenfalls durchaus. Der Zugriff auf einen beliebigen I/O von einem Netzwerkgerät wie einem digitalen Audiomischer ist eine feine Sache.




Auf den Vorträgen wurden die Möglichkeiten von Dante anhand verschiedener Projekte aufgezeigt. Ein Thema war die Sicherheit – momentan ist der Schutz der Audiosignale eher zweitrangig, die reibungslose Zusammenarbeit aller Dante-Geräte hat dagegen Priorität. Referenten wie Kieran Walsh, Regional Manager of Global Support Services beim australischen Dante-Hersteller Audinate, antwortete auf mehrere Fragen aus dem Publikum, dass die Inhalte in Audionetzwerken überwiegend wenig sicherheitsrelevant seien und sich auch nicht ohne Weiteres hacken ließen. Audinate arbeite aber an einer IP-Lock-Funktion, die im nächsten halben Jahr nachgerüstet werden soll.

Dante Day HAW

Zudem wurden die Unterschiede der beiden Hersteller-übergreifenden Techniken Dante und Ravenna diskutiert. Während Dante-Geräte beim autralischen Hersteller Audinate lizenziert werden müssen, ist das Ravenna-Protokoll von ALC NetworX kostenfrei. Jan Lykke, Business Development Manager des dänischen Audioherstellers NPT Technology, fragte, was besser sei: Ein kostenloses Protokoll, bei dem jeder Hersteller selbst für die Interoperabilität seiner Produkte verantwortlich sei, oder eine zuverlässige Kompatibilität, die Lizenzgebühren kostet.




Zudem gebe es keine übergreifende Steuerungssoftware für Ravenna, sagte Lykke. Zwar dient der Standard AES-67 dazu, Dante und Ravenna-Geräte miteinander zu verbinden. Doch dies ist trotz AES-67 deutlich mühsamer als allein mit Dante-Geräten – etwa weil es keine Bedien-Software wie die Virtual Soundcard von Dante gibt. Eine Kontrolle sämtlicher Geräte in einem Audionetzwerk gestaltet sich daher per AES-67 schwierig. Eine neuer SAP IEEE-Standard (Service Advertising Protocol) soll die AES-67-Verbindung künftig vereinfachen, bemerkte Lykke.

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Autor

Jan Fleischmann

Recording, Musikproduktion und Schlagzeug zählen ebenso zu meinen Interessen wie Medientechnik und Broadcast. Nach Stationen bei Tonstudio Zuckerfabrik, R&P Showtechnik & Veranstaltungsservice, SWR, WDR und Axel Springer arbeite ich als freiberuflicher Technikjournalist und Medieningenieur. Dabei biete ich Fachartikel, Produktbeschreibungen und Content-Marketing für Verlage und Unternehmen.

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