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IPTV-Lösung von Zattoo und Abox42

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Die TV-Branchenmesse Anga.com endete gestern. Streaminganbieter Zattoo konnte gemeinsam mit Abox42 seine europaweite B2B-Lösung für City Carrier positionieren

Die Bilanz der Anga.com fällt mit 18.000 Besuchern und 450 Ausstellern positiv aus – wie könnte es auch anders ein. Ein spannendes Thema auf der Messe: Die Verbreitung von Live-TV via Internet. Hier versucht sich Zattoo, ein Schweizer-Pionier für Live-Internet-Streaming, mehr und mehr als echte Alternative zu herkömmlichem DVB-Empfang zu positionieren. Seine B2B-Services richten sich vor allem an die kleineren City Carrier wie M-net in München oder Net Cologne, die der Streaming-Anbieter bereits als Kunden gewonnen hat.

Zusammen mit Abox42, das aus Webvideo hervorgegangen ist, können die beiden Unternehmen eine Komplettlösung für das Streaming-Playout und die passenden IP-Empfangsboxen für zu Hause liefern. Damit können die kleineren Carrier dem IPTV-Angebot Entertain der Telekom Paroli und ihren Kunden ein vollständiges TV-Paket bieten. Überraschend: Anders als das bislang propagierte Multicast setzt diese Lösung auf IP Unicast. Denn Multicast benötigt eine komplett zugeschnittene Netzinfrastruktur, die gerade bei kleineren Providern oft nicht vorhanden ist. Das Zattoo-Angebot lässt sich über bestehende Netze ausliefern. Dabei nutzt Zattoo offenbar einen zentralen Knotenpunkt in Frankfurt. Wie Mitarbeiter von Zattoo am Stand erläuterten, können die einzelnen Netzwerkbetreiber die Programme auf eigenen Servern dann nach der jeweiligen Nachfrage cachen, um näher beim Kunden eine größere Reserve für das Streaming vorzuhalten. Der Tenor auf der Messe: IP-Unicast ist moderner als Multicast. Zudem böten schnelle Glasfasernetze ohnehin ausreichende Reserve für TV-Programme.

Abox 42Zattoo würde sein B2B-Komplattangebot europaweit an Carrier anbieten, so war auf der Messe zu hören. Dadurch wächst natürlich die Bedeutung und Zattoo wird auch für gewichtige Contentanbieter interessant. So soll bereits Sky Deutschland mit dem IP-Live-Streaming-Anbieter über eine mögliche Zusammenarbeit verhandeln. Dies bekräftigte auch Matthias Greve, vormals bei Webvideo, der am Stand von Abox42 die IP-Set Top Boxen des Unternehmens erläuterte. Die M 20-Box ist für reine IP-Netze geeignet. Sie decodiert SD- oder HD-Videos mit H.264/AVC und zeichnet Programme auch auf einen angeschlossenen USB-Speicher auf. Der Clou: Anders als bei herkömmlichen Set Top Boxen werden EPG und weitere Menüs teils auf dem Server gerendert und von der Box nur ausgegeben. Trotzdem die Abfrage ja erst zum Server gelangen muss und die Daten zurückgesendet werden, gelingt dies offenbar ohne lästige Verzögerungen. Die Set Top Boen arbeiten dabei mit den modernen ARM-Prozessoren, die auch von Smartphones verwendet werden. Die M 30 Box eignet sich hingegen für klassische Kabel-TV-Angebote mit zusätzlichen IP-Services. Die M 30 decodiert auch H.265/HEVC-Videos, jedoch nur in HD-Auflösungen. Auch sie speichert TV-Programme auf Festplatte und auch auf micro-SD-Speicherkarten, die sich in den kleinen Slot auf der Rückseite stecken lassen. Greve betonte das größere Verhandlungsgewicht gegenüber Contentanbietern, das City Carrier zusammen mit der Deutschen Netzmarketing GmbH (DNMG) nun bekommen.

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Autor

Jan Fleischmann

Recording, Musikproduktion und Schlagzeug zählen ebenso zu meinen Interessen wie Medientechnik und Broadcast. Nach Stationen bei Tonstudio Zuckerfabrik, R&P Showtechnik & Veranstaltungsservice, SWR, WDR und Axel Springer arbeite ich als freiberuflicher Technikjournalist und Medieningenieur. Dabei biete ich Fachartikel, Produktbeschreibungen und Content-Marketing für Verlage und Unternehmen.

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