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3D-Audio- und Surround-Soundbars auf der IFA 2016

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Auf der IFA 2016 zeigten Philips, Samsung und Yamaha neue 3D-Audio- und Surround-Soundbars.

3D-Audio bringt lebensechte Klangkulissen ins Kino oder Wohnzimmer. Doch wer möchte acht oder mehr Lautsprecher aufstellen, aufhängen und verkabeln? 3D-Audio-Soundbars mit Upfiring-Technologie versprechen Abhilfe. Denn die auch Donnerbalken genannten schmalen Lautsprecherleisten lassen sich ohne viel Kabelage unter dem TV-Gerät befestigen oder aufstellen.



Philips Fidelio B8

Das Philips Fidelio B8 umfasst die übliche Kombination aus einer Soundbar mit einem Subwoofer, der sich drahtlos mit der Soundbar verbindet. Kabelsalat passé also, könnte man meinen, wäre da kein Stromkabel vonnöten sowie HDMI-Kabel zur Verbindung mit dem TV-Gerät sowie mit einem Blu-ray- oder einem UHD-Blu-ray-Player. Die Fidelio B8 ist jedenfalls insofern für die UHD-Auflösung gewappnet, als sie sowohl die 4K- und UHD-Signalweiterleitung mit 30 Bildern pro Sekunde via HDMI 4K2K beherrscht. Auch drahtlos ist die Soundbar auf Empfang und nimmt per Bluetooth mit dem als höherwertiger geltenden aptX-Codec beispielsweise Musik vom Smartphone entgegen.

Philips Fidelio B8

Insfgesamt liefert die Fidelio B8 5.1.2-Kanäle, wobei sie das 3D-Audioverfahren Dolby Atmos decodieren kann. Doch wie schafft sie es, Signale oder Geräusche, die von der Seite oder oben kommen sollen, zu erzeugen? Dafür ist die Soundbar mit ganzen 18 Lautsprechern bestückt. Zehn davon nennt Philips Racetrack-Treiber, Rennbahn-Lautsprecher sozusagen, deren Membranen oval ausgeführt sind und den Schall gerichtet abstrahlen. Hinzukommen acht Soft-Kalotten Hochtöner. Ein Teil der Hochtöner und Racetrack-Treiber sind in einem ausgeklügelten Winkel nach oben an die Decke gerichtet. Bei dieser auch als Dolby-Upfiring -Technik bekannten Methode wird der Schall von der Decke zum Zuhörer reflektiert, der diese Geräusche sodann als von oben kommend verortet. Ebenso funktioniert die Wiedergabe der Surround-Informationen, die eben von den Wänden zum Zuhörer gelangen und somit für eine Ortung von der Seite oder gar von hinten führen. Bei der Demonstration auf der Messe gelang das durchaus, wobei die Deckenhöhe im Demoraum etwa 2,5 Meter betrug. Die Philips Fidelio B8 ist für rund 1000 Euro erhältlich.

Samsung HW-K950

Mit der HW-K950 stellte Samsung ein weiteres Soundsystem mit Dolby-Atmos-Unterstützung auf der IFA vor. Wie das Philips Fidelio umfasst auch das HW-K950 eine Soundbar, die unter dem Fernseher steht, sowie einen drahtlosen Subwoofer. Hinzukommen allerdings zwei rückwärtige Lautsprecher, die zusätzlich mit Upfiring-Treibern bestückt sind. Auch die beiden Surround-Lautsprecher verbinden sich kabellos mit dem System. Insgesamt verfügt das HW-K950 so über 15 integrierte Lautsprecher, die eine 5.1.4-Kanalwiedergabe ermöglichen. Sie liefert also vier Höhenkanöle – zwei werden vorne von der Soundbar an die Decke abgestrahlt, zwei gelengen von den beiden rückwärtigen Boxen über die Decke zum Zuhörer. Für die notwendigen Bildanschlüsse sorgen zwei HDMI-Eingänge und ein HDMI-Ausgang. Das Samsung HW-K950 lässt sich drahtlos via Bluetooth mit Musik vom Smartphone beliefern. Es fügt sich zudem per WLAN in das Samsung Multiroom-System ein, das mit verschiedenen weiteren Samsung-Audioprodukten das ganze Haus mit Musik beliefern kann. Das Samsung HW-K950 kostet rund 1500 Euro.

Samsung HW-K950

Yamaha Soundbars YAS-306 und YSP-2700

Ein Altmeister der wohlkalkulierten Schallreflektion ist Yamaha, das mit seinen Soundprojektoren den Weg für die Soundbars bereitete. Diese Soundprojektoren richteten den Schall gezielt an die seitlichen Wände, um Surround-Informationen zum Zuhörer zu transportieren. Der Klangprojektor Yamaha YSP-2700 tritt in diese Fußstapfen und nutzt Schallreflektionen für eine möglichst realistische Rundum-Klangkulisse. Die Soundbar Yamaha YAS-306 setzt demgegenüber allein auf Algorithmen, die ein breiteres Stereobild und somit auch eine Surround-Kulisse versprechen. Yamaha verzichtet allerdings bei beiden Modellen auf 3D-Audio, also die Höheninformationen, die mit Geräuschen von oben eine einhüllende Klangatmosphäre erschaffen. Dabei lieferte der YSP-2700 auf einer IFA-Demonstration durchaus überzeugenden, ausladenden Raumklang. Der YSP-2700 (Bild unten) erzeugt quasi „echten“ 7.1-Sound über 16 gerichtete Array-Lautsprecher, deren Wiedergabe sich mit einem mitgelieferten Messmikrofon auf die jeweilige Raumakustik anpassen lässt. Drei HDMI-Eingänge und ein Ausgang mit dem für UHD vorgeschriebenen Kopierschutz HDCP 2.2 sind an Bord. Mit im Paket befindet sich ein kabelloser Subwoofer. Die Yamaha YAS-306 Soundbar kommt dagegen ohne externen Subwoofer mit zwei integrierten Woofern.

Yamaha YSP-2700

Ein großes Plus beider Modelle ist jedoch Yamahas Multiroom-System MusicCast, mit denen sie sich in ein Mehrraum-System einfügen. Anders als andere Mehrraum-Technologien verteilt MusiCast nicht nur Streaming-Angebote und digitale Audiofiles per Netzwerk. MusicCast kann auch per Audio-EIngang angeschlossene Quellen digitalisieren, in IP verpacken und via Wi-Fi auf andere MusicCast-Systeme liefern – so der Hersteller. Dies soll obendrein synchron erfolgen, schließlich versteht sich MusiCast als zeitgemäße Multiroom-Lösung. Die YAS-306 kostet rund 400 Euro, der YSP-2700 rund 1000 Euro, beide Modelle sollen Anfang September verfügbar sein.

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Autor

Jan Fleischmann

Recording, Musikproduktion und Schlagzeug zählen ebenso zu meinen Interessen wie Medientechnik und Broadcast. Nach Stationen bei Tonstudio Zuckerfabrik, R&P Showtechnik & Veranstaltungsservice, SWR, WDR und Axel Springer arbeite ich als freiberuflicher Technikjournalist und Medieningenieur. Dabei biete ich Fachartikel, Produktbeschreibungen und Content-Marketing für Verlage und Unternehmen.

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