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Panasonic kündigt Lumix GH5 an

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Das bisherige Flaggschiff der spiegellosen Lumix-Systemkameras DMC-GH4 erhält einen Nachfolger: Im März 2017 soll die neue Lumix GH5 erhältlich sein. Mit 20-Megapixel-Sensor ohne Tiefpassfilter liefert sie 4K@60p-Videoaufnahmen sowie Fotos mit 6K-Auflösung.

Die Lumix GH5 wird das neue Flaggschiff der Panasonic Lumix-Systemkameras. Mit ihren MFT-Sensoren samt entsprechender Objektiv-Mounts sind die Lumix-Modelle bei Videofilmern beliebt. Bereits die Vorgängerung GH4 beherrschte als eine der ersten Systemkameras die 4K-Aufnahme mit einem Farbsampling von 4:2:0, mit einem externen Recorder sind auch Aufnahmen mit 4:2:2-Farbabtastung möglich. Die neue GH5 zeichnet nun intern 4K@30-Videos mit einem Farbsampling von 4:2:2 und 10 Bit Quantisierung auf. Ein weiteres Pus: Die GH5 bespielt mit Dual-SD-Kartensteckplatz erstmals zwei SD-Karten parallel. Der Live-MOS-Sensor verspricht zudem eine um 25 Prozent höhere Auflösung als die der GH4. Das OLED-Sucherdisplay bietet mit 3,7 Millionen Bildpunkten eine der höchsten Auflösungen derzeit und soll exakt 100 Prozent des Bildfelds abdecken. Auch der wie gewohnt neig- und schwenkbare 3,2 Zoll / 8 cm-Touchscreen-LCD-Monitor deckt 100 Prozent des Bildfeldes ab. Er liefert eine Auflösung 1,6 Millionen Bildpunkten.

Lumix GH5: Interne B.I.S-Bildstabilisierung

Die LUMIX GH5 bietet eine Dual-IS (Bildstabilisierung) um 5 Achsen, die Verwacklungen bei Foto- und Videoaufnahmen inklusive 4K Video noch effektiver unterdrücken soll. Die Kombination von O.I.S. (Optischer Bildstabilisator mit 2 Achsen im Objektiv) und B.I.S. (Gehäusestabilisator mit 5 Achsen in der Kamera) soll Kamerabewegungen besser ausgleichen, als andere Systeme. Dazu steuert ein hochpräziser Gyro-Sensor sowohl O.I.S. wie B.I.S., wodurch mit längeren Belichtungszeiten aus freier Hand fotografiert werden kann.

Dabei arbeitet die LUMIX GH5 mit mehreren Verschlüssen. Der mechanische Schlitzverschluss bietet Verschlusszeiten von 1/8000s, der elektronische sogenannte 1.-Vorhang-Verschluss erreicht eine Geschwindigkeit von 1/2000s ohne Verschlussvibration vor der Aufnahme. Dies ermöglicht eine Kurzzeit-Blitz-Synchronisation. Ein weiterer rein elektronischer Verschluss funktioniert schließlich ohne jegliche mechanische Vibration mit bis zu 1/16000s. Der elektronische Verschluss der GH5 arbeitet dabei offenbar mit einem Rolling Shutter, liest also nicht  sämtliche belichtete Pixel zur gleichen Zeit aus. Bei sich scnell bewegenden Objekten können so geometrische Verzerrungen auftreten, was auch als bewusster Effekt etwa bei Aufnahmen von Propellermaschinen eingesetzt wird.

GH5: 6K/4K Foto-Serienbildfunktion

Die neue 6K-Foto-Funktion mit 18-Megapixel-Auflösung der LUMIX GH5 ermöglicht es, entscheidende Momente mit 30 Bilder/s zu erfassen, indem man das Foto mit dem besten Timing aus der 6K Serienbild-Datei extrahiert. Die 4K-Foto-Funktion wurde laut Hersteller weiter verbessert, so dass jetzt Highspeed-Aufnahmen mit 60 Bilder/s in 8-Megapixel-Auflösung und mit unlimitierter Aufnahmelänge möglich sind. Ein eventueller Rolling-Shutter-Effekt soll dabei herausgerechnet werden. Durch die Kompensation der Signalinformationen zwischen den Einzelbildern ermöglicht der sogenannte Venus-Engine-Bildprozessor eine nachträgliche Bildoptimierung, die Verzerrungen korrigiert und das Rauschen bei der Wiedergabe oder beim Extrahieren von Bildern aus der 6K/4K Burst-Datei reduziert. Folge sind deutlich bessere Bildergebnisse bei Aufnahmen mit kurzen Verschlusszeiten und hohen ISO-Werten oder aus einer Schwenkbewegung heraus.

Venus-Bildprozessor und DFD-Autofocus

Die neue verbesserte „Depth-from-Defocus“ Kontrast-AF-Technologie soll den Autofocus der GH5 verbessern. Sie berechnet nicht nur den Motivabstand aus zwei Bildern mit verschiedenen Schärfe-Ebenen, sondern analysiert zudem die Form, Größe und sogar Bewegung des Motivs umfassend. Dank des neuen Venus-Engine-Bildprozessors mit 5 Prozessorkernen ist die Zeit zum Messen des Abstands zum Motiv sechsmal kürzer, während das Berechnen beim Fokus-Tracking doppelt so schnell erfolgen soll.

Die Geschwindigkeit des Sensorantriebs während des Autofokus im Foto-Modus wurde auf 480 B/s erhöht. Das ist doppelt so schnell wie bei der GH4. So arbeitet der Hochgeschwindigkeits-AF der GH5 bei voller Auflösung in etwa 0,05 s mit 12 (AFS) / 9 (AFC) B/s bei Serienbelichtungen mit mechanischem Verschluss. Durch genaues Analysieren jedes einzelnen Serienbildes erreicht er eine bis zu 200 Prozent höhere Präzision mit minimalen Bewegungserfassungsfehlern und so eine höhere Verfolgungstoleranz gegenüber bewegten Objekten.

Die LUMIX GH5 soll ab März 2017 in den Handel kommen. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei rund 2.000 Euro  für das Gehäuse.

Vorgängerin GH4

Das bisherige Lumix-Spitzenmodell GH4 war und ist bei Videofilmern beliebt. Mit einem Preis von rund 1.200 Euro für das Gehäuse ist das Modell vergleichsweise erschwinglich und mit diversen Videoformaten, je nach Videocodec auch PCM-Audioaufnahme sowie natürlich 4K-Videoaufnahme für ambitionierte Filmer absolut geeignet. Bisheriges Manko war die Begrenzung der Videoaufnahme-Funktion auf 30 Minuten wegen der europäischen Zollvorschriften. Die rund 1.400 Euro teure Version GH4R umgeht diese Beschränkung, filmt also – abgesehen natürlich von der Aufnahmekapazität der Speicherkarte – ohne zeiliche Beschränkung und auch mit der höheren Farbabtastung von 4:2:2 und 10 Bit. Die neue GH5 rückt da preislich schon recht nahe heran.

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Autor

Jan Fleischmann

Recording, Musikproduktion und Schlagzeug zählen ebenso zu meinen Interessen wie Medientechnik und Broadcast. Nach Stationen bei Tonstudio Zuckerfabrik, R&P Showtechnik & Veranstaltungsservice, SWR, WDR und Axel Springer arbeite ich als freiberuflicher Technikjournalist und Medieningenieur. Dabei biete ich Fachartikel, Produktbeschreibungen und Content-Marketing für Verlage und Unternehmen.

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