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ISE 2017: ASL Enchorus-Audionetzwerk

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Zu Beginn der letzten Broadcast-Messe IBC am 9. September 2016 verkündete Riedel die Übernahme des niederländischen Audioherstellers ASL. Mit seinen Digital-Partyline-Produkten erweitert ASL das Portfolio der Riedel Communications, die damit günstigere Intercom-Lösungen anbieten kann.

Zur diesjährigen ISE präsentierte sich Riedel mit ASL am gemeinsamen Messestand. Die Intercom- und Audioprodukte von ASL nahmen dabei einen großen Raum ein. Allen voran die neuen Enchorus-Audionetzwerk-Interfaces, die auf Basis eines Dante-Netzwerks eine verteilte Stagebox-Architektur ermöglichen. Denn eine Bühnenverkabelung, so Norbert Schömel, Product Manager bei ASL, lässt sich mit mehreren kleinen Stageboxen und Audioanbindungen oftmals flexibler bewerkstelligen, als mit einer großen Stagebox. Gerade für das Monitoring der Musiker oder um Effekte in die Beschallung einzubinden, sind kleinere verteilte Stageboxen sicherlich ideal, und die Netzwerkarchitektur bietet sich dafür geradezu an.

ASL Enchorus

Die Enchorus-Serie besteht aktuell aus vier Modulen. Die vier Module messen jeweils eine halbe 19-Zoll-Breite und sind eine HE hoch. An den Enden sind die robusten Metallgehäuse zusätzlich mit Gummi-Bumpern geschützt, die es zudem erleichtern, mehrere Module auf einer Bühne aufeinander zu stapeln. Alternativ lassen sich jeweils zwei Module mit einem optionalen 19-Zoll-Einbausatz Im Rack montieren. Jedes Modul ist mit mehreren professionellen EtherCon RJ45-Netzwerkanschlüssen ausgestattet, sodass sich die Module in Reihe verkabeln lassen (Daisy Chain). Jeder Ein- und Ausgang ist mit einem Vier-Band-EQ ausgestattet und jedes Modul verfügt über eine 16 x 16 Audiomatrix. Die Einstellungen lassen sich per Netzwerk über einen Webbrowser vornehmen.

Die vier Module bieten folgende Ein- und Ausgänge:
ENC 1101: 8 x AES3-Ausgänge, 4 x AES3-Eingänge
ENC 1102: 6 x AES3 Ein- und Ausgänge
ENC 1201: 8 x Mic-Eingänge, 4 x Line-Ausgänge,
ENC 1202: 8 x Line-Ausgänge, 4 x Line-Eingänge

Die Ausgangssignale der Module lassen sich in Schritten von 1 Millisekunde von 0 bis 2,7 Sekunden verzögern. Umgerechnet auf die Distanz lassen sich damit Laufzeitunterschiede von etwa 918 Metern ausgleichen. Die Nettopreise der vier Modulvarianten liegen zwischen 1.500 bis 3.300 Euro. Schömel hob besonders die Qualität der Audioschnittstellen hervor. Die Module unterstützen über Dante Abtastraten bis 192 kHz und Quantisierungen bis 32 Bit, über AES bis 24 Bit. Die acht Mikrofonvorvertsärker des ENC 1201 verkraften einen maximalen Eingangspegel von +24 dBu und erreichen damit einen Dynamikumfang von 152 dB. 32-Bit-Wandler versprechen höchste Präzision. Jeder Mikrofoneingang lässt sich digital vierfach splitten, zudem stehen Filter- und Mischerfunktionen zur Verfügung.

Zu Beginn der ISE wurde zudem Wil Stam als neue Geschäftsführerin von ASL vorgestellt. Sie begann ihre Karriere als Tontechnikerin für Theaterproduktionen in den Niederlanden, verantwortete beispielsweise den AV-Bereich des renommierten Muziektheaters Amsterdam. Zudem war Stam als Projektleiterin für Klotz Digital in Asien und Australien tätig und hielt verschiedene Führungspositionen im Vertriebs- und Operationsmanagement bei der Salzbrenner Stagetec Mediagroup Australia inne.

ASL Partyline

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Autor

Jan Fleischmann

Recording, Musikproduktion und Schlagzeug zählen ebenso zu meinen Interessen wie Medientechnik und Broadcast. Nach Stationen bei Tonstudio Zuckerfabrik, R&P Showtechnik & Veranstaltungsservice, SWR, WDR und Axel Springer arbeite ich als freiberuflicher Technikjournalist und Medieningenieur. Dabei biete ich Fachartikel, Produktbeschreibungen und Content-Marketing für Verlage und Unternehmen.

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