DVB-T2: Countdown zum Neustart

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Punkt null Uhr schaltet Media Broadcast, Sendernetzbetreiber und Tochterunternehmen der Freenet AG, die Programmverbreitung von DVB-T bundesweit ab. Bis morgen, 12 Uhr, möchte Media Broadcast insgesamt 327 DVB-T2-Sender an 69 Senderstandorten Schritt für Schritt neu aufschalten.

„Magic Night“ nennt Media Broadcast die Umschaltaktion von einem durchaus beeindruckenden Umfang. Die Senderaufschaltung folgt einer vorab ausgeklügelten Reihenfolge. Für einen reibungslosen Ablauf arbeiten mehr als 200 Techniker von Media Broadcast und der ARD. Zahlreiche Messfahrzeuge von Media Broadcast und weiteren Firmen sowie feste Messstationen überwachen die aufgeschalteten Signale.

Gleichzeitig steht fest: Fernsehzuschauer, die ihre Programme via Antenne empfangen, sehen heute ab null Uhr zunächst einmal schwarz. Denn dann werden alle DVB-T-Programme abgeschaltet, die Privaten zudem endgültig. Lediglich bei den öffentlich-rechtlichen soll ein teilweise nachlaufender Simulcast angeboten werden. Das bedeutet: Eine Zeitlang werden noch einige öffentlich-rechtliche Programm via DVB-T ausgestrahlt.

DVB-T2: rund 40 HDTV-Programme

Bevor die DVB-T2-Zuschauer morgen ab 12 Uhr in den Genuss der rund 40 HDTV-Programme kommen, wird in jedem Fall ein Sendersuchlauf fällig – selbstverständlich auf einem geeigneten DVB-T2-Empfangsgerät. Die Deutsche TV Plattform bietet eine Liste sämtlicher geeigneter Empfangsgeräte. Damit lassen sich, wie bereits berichtet, etwa 20 öffentlich-rechtliche Programme ohne Verschlüsselung reinbekommen. Für die gut 20 privaten TV-Sender im Freenet-Paket wird eine Jahresgebühr von 69 Euro fällig. Um diese verschlüsselten Programme freizuschalten, verfügen geeignete Empfangsgeräte mit dem grünen DVB-T2-Logo dafür entweder über eine eingebaute Entschlüsselung oder einen CI+-Steckplatz für ein Freenet-TV-Modul (rund 80 Euro). Überdies kündigte Freenet an, dass n24, Tele 5, der Disney Channel und Nickelodeon das Senderangebot des  Telekommunikationsunternehmens erweitern werden. DVB-T2 wird erstmals Fernsehen in sogenannter Full-HD-Qualität anbieten, also in 1080p50. Allerdings werden die TV-Sender ihre Signale entsprechend hochskalieren – etwas anderes wäre schwer möglich.

Die Behauptung, sämtliche privaten DVB-T-Sender würden heute Nacht endgültig eingestellt, ist allerdings nicht ganz korrekt: Der lokale Privatsender Hamburg 1 wird weiterhin per DVB-T1 unverschlüsselt zu empfangen sein. Natürlich in der gewohnten, eher etwas mageren SD-Qualität und auf dem Kanal 37 statt wie bislang auf Kanal 46. Ein Sendersuchlauf ist also für verbliebene DVB-T-Programme wie für die neuen DVB-T2-Sender notwendig. Gut vorstellbar, dass auch andere Lokalsender weiterhin auf DVB-T setzen.

Media Broadcast hält die Zuschauer in der „Magic Nicht“ per Live-Blog auf dem Laufenden. Für Fragen zum Thema hat der NDR eine kostenlose Hotline eingerichtet. Unter 08000 63 70 99 können sich Fernsehzuschaurinnen und -zuschauer täglich zwischen 6.30 Uhr und 23.30 Uhr individuell informieren. Weitere Informationen erhalten sie online unter ndr.de/technik.

Ein Überblick über die Senderstandorte:

DVB-T2 Karte

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Autor

Jan Fleischmann

Recording, Musikproduktion und Schlagzeug zählen ebenso zu meinen Interessen wie Medientechnik und Broadcast. Nach Stationen bei Tonstudio Zuckerfabrik, R&P Showtechnik & Veranstaltungsservice, SWR, WDR und Axel Springer arbeite ich als freiberuflicher Technikjournalist und Medieningenieur. Dabei biete ich Fachartikel, Produktbeschreibungen und Content-Marketing für Verlage und Unternehmen.

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