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IBC 2017 – 8K und synchrones 360-Grad-Streaming

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Die IBC bietet den Rundum-Überblick über die Broadcast-Branche: Sei es die erste 8K-Systemkamera von Sony, das Dauerthema IP-basierte Bild- und Audioproduktion, das Streaming von 360-Grad VR synchron zum TV-Bild oder die Distribution mittels CDN-Anbietern wie Akamai oder Limelight.

Die diesjährige IBC war die 50. Ausgabe der Broadcastmesse in Amsterdam endete heute mit einem neuen Rekord von knapp 57.700 Besuchern. Die Veranstaltung umfasst sowohl eine Konferenz wie eine Fachmesse und dauert damit insgesamt sechs Tage (14. bis 19. September). Neue 4K- und 8K-Broadcast-Kameras sowie Cine-Kameras waren ebenso Thema, wie vernetzte Audio- und Video-Produktionsumgebungen, 360-Grad-Live-Streaming und zentral steuerbare Produktionssysteme.

360-Grad-Live-Streaming synchron zum TV-Feed

Der indische Broadcaster Tata Communications testete das Live-Streaming von 360-Grad-Videos synchron zum eigentlichen Broadcast-Feed. Er übertrug dafür einen Showcase vom Formel 1 Grand Prix in Singapore live auf die IBC. Dafür wurden an der Marina-Bay-Street in Singapur zwei 360-Grad-Kameras auf der Rennstrecke und in der Box installiert. Mithilfe der 360-Grad-Live-Streams konnten die Zuschauer beinahe so eintauchen, als wären sie vor Ort. In der Vergangenheit scheiterte die 360-Grad-Übertragung von Virtual-Reality-Inhalten vor allem an der Latenz von bis zu 30 Sekunden zwischen der TV-Übertragung und dem 360-Grad-Stream. Ein Grund, weshalb sich die VR-Technologie im Sportbereich bislang nicht auf breiter Front durchsetzen konnte – sind VR-Entwickler überzeugt. Mit diesem Machbarkeitsnachweis zeigten Tata Communications und die Formel 1 zum ersten Mal, wie 360-Grad-Live-Video-Feeds und TV-Übertragung synchron übertragen werden können.

Virtual und Augmented Reality

Das Thema VR nahm auch auf Vorträgen und Gesprächen einen breiten Raum ein. Die Technologie weckt offensichtlich großes Interesse der Industrie. Generell sollen kürzere Latenzen im Live-Streaming, etwa mittels des MPEG-DASH-Protokolls und kürzeren Chunks, sowie höhere Auflösungen von 8K oder sogar 16K der Virtual Reality zum Durchbruch verhelfen. Steve Robertson, Software-Ingenieur bei YouTube, bezweifelte auf einem VR-Vortrag gar die Zukunft des TCP-Protokolls für Streaming, da es zwangsläufig Latenzen verursache. Alternative ist hier etwa das Streaming-Protokoll UDP (User Datagram Protocoll), das meist mit geringeren Latenzen ermöglicht. Entscheidend sei aber die Länge der sogenannten Chunks, also der Datenpakete innerhalb der Streams, war an anderer Stelle zu hören.

Gael Sydoux, Direktor des Immersive Lab von Technicolor, gab auf einem Roundtable Einblick in die Aktivitäten von Technicolor in den Bereichen Virtual Reality und vor allem Augmented Reality (AR). AR verbindet zwei- oder dreidimensionale computergenerierte Grafiken und Objekte (CGI) mit der realen Umgebung. Seydoux arbeitet beispielsweise daran, reale Personen so dreidimensional abzutasten, dass sich deren im Computer generiertes Abbild photoreal in Szenen einsetzen lässt.

Produktions- und Cinekameras

Sony UHC-8300

8K-Systemkamera Sony UHC-8300

Sony überraschte auf der Show mit der Vorstellung seiner 8K-Systemkamera UHC-8300. Die Kamera ist mit drei 1,25 Zoll 8K-Sensoren bestückt. Das Modell eignet sich nicht nur für 8K-Produktionen, die ja noch in weiterer Entfernung liegen. Der japanische Sender NHK möchte 2020 einen ersten 8K-Regelbetrieb starten. Die UHC-8300 ermöglicht auch mehr Flexibilität für 4K-Produktionen, indem sich beispielsweise einzelne Ausschnitte aus ihrem 8K-Bildsignal wählen lassen. In 8K-Auflösung (7680 x 4320) liefert die UHC-8300 120 Vollbilder pro Sekunde und unterstützt mit S-Log3 und HLG verschiedene HDR-Technologien sowie den Farbraum ITU-R BT.2020.

Die UHC-8300 kann parallel 8K, 4K und HD-Signale ausgeben, wobei für jedes Signal verschiedene Farbräume und Übertragungsfunktionen (OETF) gewählt werden können. Das Zubehör der übrigen UHC-Serie-Kameras ist auch zur UHC-8300 kompatibel. Die 8K-Kamera ist mit einem 1,25-Zoll-Objektiv-Mount ausgerüstet, es lassen sich aber B4-Broadcast-Objektive mit einem entsprechenden Adapter verwenden. Das 8K-Signal wird via SDI übertragen, die UHC-8300 soll sich aber auch direkt in IP-Produtionsumgebungen einfügen. Die UHC-8300 kann ab Oktober 2017 vorbestellt werden.

Der Beitrag wird in Kürze erweitert.

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Autor

Jan Fleischmann

Recording, Musikproduktion und Schlagzeug zählen ebenso zu meinen Interessen wie Medientechnik und Broadcast. Nach Stationen bei Tonstudio Zuckerfabrik, R&P Showtechnik & Veranstaltungsservice, SWR, WDR und Axel Springer arbeite ich als freiberuflicher Technikjournalist und Medieningenieur. Dabei biete ich Fachartikel, Produktbeschreibungen und Content-Marketing für Verlage und Unternehmen.

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