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DPA d:vice MMA-A: Top-Aufnahmen per iPhone

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DPA-Mikrofone werden von Tonmeistern für feinste Qualität geschätzt. Das d:vice MMA-A-Interface der dänischen Klangtüftler ermöglicht Aufnahmen mit DPA-Qualität auf iOS-Mobilgeräte, Macs oder PCs.

Erst 2017 feierte DPA – das Kürzel steht für Danish Pro Audio – seinen 25. Geburtstag. Schließlich brachten die dänischen Schallwandler-Spezialisten 1982 ihre ersten Produkte auf den Markt. Für die Kapseln griffen sie auf die bewährte Messmikrofon-Technologe von Bruel & Kjaer zurück, bei dem etwa DPA-Mitgründer Ole Brøsted Sørensen arbeitete. Die Messmikrofone von B&K sind für kerzengerade Frequenzgänge bekannt.

In letzten 25 Jahren hat sich einiges getan – gerade in der Medien- und Recording-Branche. Mobile Journalisten nutzen mittlerweile gerne Mobilgeräte, um Beiträge sowohl für Online, Radio und TV rasch vor Ort zu produzieren und zu veröffentlichen. Folgerichtig stellte DPA pünktlich zum 25-jährigen Jubiläum das d:vice MMA-A vor. Das 5,6 cm durchmessende kreisrunde Interface lässt sich sowohl mit Apple iOS-Mobilgeräten wie mit Mac oder Windows-PCs verwenden. Die passenden Kabel für Lightning- und USB-Anschluss liegen bei.

Interface und Mikrofon-Kits

Das Interface alleine ist für rund 500 Euro erhältlich. Zwei Micro-Dot-Anschlüsse ermöglichen den direkten Anschluss der dpa d:screet-Miniatur- bzw. Lavaliermikrofone, die anspruchsvolle Filmtonmeister schätzen. Mit dem separat erhältlichen Aktivkabel MMP-G lassen sich zudem die Kapseln der d:dicate-Kondensator-Mikrofone anschließen, beispielsweise für Musikproduktionen. Mikrofone anderer Hersteller lassen sich wegen der DPA-eigenen Micro-Dot-Anschlüsse nicht ohne weiteres verwenden.

DPA d:vice MMA-A

Das Double Lavalier Kit kommt im praktischen Täschchen.

Das MMA-A-Interface ist in Kits mit verschiedenen Mikrofonen und Headsets erhältlich. Das d:vice Double Lavalier Kit umfasst zwei d:screet 4060 Lavaliermikrofone – laut DPA zwei ausgewählte Exemplare, möglicherweise also mit einem ähnlichem Frequenzgang. Die Ansteckmikrofone mit Kugelrichtcharakteristik eignen sich laut DPA sowohl für hochwertige Sprach- wie Atmoaufnahmen. Das Doppelpack lässt sich sowohl für Dual-Mono oder Summen-Recording nutzen – etwa bei zwei Gesprächspartnern in einer Interview-Situation – wie für Stereoaufnahmen. Das Kit ist mit 1.240 Euro inklusive MwSt. kein Schnäppchen, doch DPA-Qualität hat nun mal ihren Preis. Der hiesige Vertrieb Mega Audio sandte mir Exemplar zu Probe. Wie klappten damit die Aufnahmen?

 d:vice App und iOS

Die kostenlose DPA d:vice-App ermöglicht die Bedienung des MMA-A-Interfaces an einem iOS-Mobilgerät. Kompatibel sind laut DPA iPhones ab dem Modell 5 und verschiedene iPads, etwa ab dem aktuellen iPad Mini 4. Der Betrieb mit einem iPad mini 3 klappte ebenso ohne Problem. Außerdem fordert die App eine iOS-Version 10 oder eine neuere Variante.

DPA d:vice MMA-A

Mittels der d:vice-App klappt die Steuerung.

Zum Anschluss des d:vice-Lightning-Steckers musste ich den Bumper meines iPhones entfernen. Der etwas breite Stecker ließ sich sonst nicht vollständig in die Buchse einstecken, die App erkannte das Interface somit nicht. Bei korrektem Sitz des Steckers erscheint der Hinweis „d:vice connected“ unten im App-Fenster. Sobald ein Mikrofon an einer der beiden Micro-Dot-Buchsen angeschlossen wird, leuchtet Mono unter den Modus-Wahlfeldern weiß auf, und der obere Pegelregler signalisiert seine Betriebsbereitschaft.

Die Pegelanzeige blieb auf dem iPhone jedoch schwarz und zeigte keinerlei Reaktion. Die Ursache scheint die neue iOS 11-Version zu sein. Denn bei der Gegenprobe auf einem iPad mini 3 mit iOS 10.3.3 erwachte die Pegelanzeige. Ein DPA-Mitarbeiter bekräftigte jedoch auf Nachfrage, das d:vice MMA funktioniere mit der aktuellen iOS-Version. Ob es an der Firmware-Version des Testmusters gelegen hat, ist unklar.

Aufnahmemodi

Die App konzentriert sich auf die Grundeinstellungen des MMA-A-Interfaces. Dies sind zum einen die vier Aufnahmemodi Mono, Sum, Stereo oder Dual. Ist nur ein Mikrofon angeschlossen, leuchtet allein Mono weiß. Das Audiosignal wird gleichermaßen auf die Spuren 1 und 2 gemischt. Sobald ein zweites Mikrofon angestöpselt wird, lassen sich die Modi Sum, Stereo oder Dual auswählen. Während bei Dual die Signale beider Mikrofone getrennt auf den Spuren 1 und 2 landen, werden sie mit Sum aufsummiert auf denbeiden Spuren aufgenommen. Im Stereo-Modus lassen sich die Pegel beider angeschlossenen Mikrofone folgerichtig nur gemeinsam justieren. Die Schallquellen landen entsprechend ihrer Position und der Mikrofon-Aufstellung in der Stereosumme.

Der Aufnahmegel lässt sich mittels zweier großzügig dimensionierten virtuellen Schiebereglern einstellen. Rechts daneben befinden sich zwei Buttons, mit denen sich wahlweise Hochpass-Filter beziehungsweise Tiefensperren zuschalten lassen. Diese setzen laut Hersteller bei 80 Hz ein (also -3 dB bei 80 Hz) und blenden mit Filtern 2. Ordnung (-12 dB je Oktave) tieffrequente Störungen wie Brummen, Gemurmel oder auch leichten Körperschall konsequent aus.

Monitoring

Mithören bei der Aufnahme hilft ungemein, Störungen rechtzeitig zu erkennen. Für das Monitoring setzt das d:vice MMA-A auf die Kopfhörer-Buchse des jeweiligen Geräts. Problematisch wird das ab dem iPhone 7, bei dem Apple die Miniklinken-Buchse gestrichen hat: Hier lässt sich kein Kopfhörer anschließen. Das d:vice MMA-A dient allein A/D-Wandler – ein Kopfhöreranschluss entfällt daher. Das Monitoring lässt sich per Fingerzeig auf den Button „Monitor“ aktivieren. Was nur gelingt, wenn auch ein Kopfhörer angestöpselt ist.

Achtung Aufnahme!

Die d:vice-App dient nur für die Grundeinstellungen, ermöglicht aber keine Aufnahme. Hierfür muss der Multimedia-Journalist weitere Apps installieren: Für reine Audioaufnahmen ist die Metarecoder-App von Apogee geeignet, die ebenso mit Apogee-iOS-Mikrofonen wie mit verschiedenen Sennheiser-Produkten zusammenarbeitet. Ebenso erkennt die Metarecorder App das DPA d:vice MMA-A. Kostenfrei erlaubt der Metarecorder jedoch nur maximal 60 Sekunden lange Aufnahmen. Für längere Aufnahmen wird eine Gebühr von 5,49 Euro fällig. Bei Filmern und Multimedia-Journalisten ist die Filmic Pro-App beliebt. Diese lässt sich von vornerein nur gegen Zahlung von rund 17 Euro installieren.

DPA d:vice MMA-A

Aufnahmen gelingen beispielsweise mit der Metarecorder App.

Die technischen Daten, die DPA auf seiner Webseite veröffentlicht, sprechen für die Qualität des d:vice: 114 dB Dynamic des Wandlers alleine, das d:screet 4060-Mikrofon bietet gute 100 dB Dynamik und verträgt einen maximalen Schalldruckpegel von 134 dB. Entsprechend belegten auch einige Test-Sprachaufnahmen eine ausgezeichnete Sprachqualität mit druckvollen Bässen. Für Aufnahmen auf einem iOS-Gerät derzeit sicher eine der hochwertigsten Lösungen. Natürlich ist auf Aufnahmen, etwa in einem Wohnzimmer, auch ein Raumanteil hörbar, dies lässt sich schwerlich vermeiden.

Fazit

Das DPA d:vice MMA-A ermöglicht hochwertige Aufnahmen mit iOS-Mobilgeräten. Die Qualität von Sprachaufnahmen mit dem Ansteckmikrofon d:screet 4060 überzeugte durchweg. Das d:vice MMA-A wollte nicht mit einer aktuellen iOS-11-Version zusammenarbeiten. Doch DPA sicherte zu, dass dies üblicherweise funktionieren sollte. Das d:vice MMA-A dürfte somit anspruchsvolle Multimedia-Journalisten mit dem entsprechenden Budget begeistern.

Weitere Infos auf der Hersteller-Seite.

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Autor

Jan Fleischmann

Recording, Musikproduktion und Schlagzeug zählen ebenso zu meinen Interessen wie Medientechnik und Broadcast. Nach Stationen bei Tonstudio Zuckerfabrik, R&P Showtechnik & Veranstaltungsservice, SWR, WDR und Axel Springer arbeite ich als freiberuflicher Technikjournalist und Medieningenieur. Dabei biete ich Fachartikel, Produktbeschreibungen und Content-Marketing für Verlage und Unternehmen.

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